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Subject: Hanseroth ousted, Levine & Behrens honored
From: Michael Kaye <[log in to unmask]>
Reply-To:[log in to unmask]
Date:Wed, 26 May 1999 06:28:00 -0400
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Lacking Tracy Ulmann's affectionate use of the phrase, the Hamburg Opera
audience tells its intendant Albin Haenseroth to just "Go home!"

- Leonie honored Hildegard with Lotte's ring in Vienna

- Levine awarded Furtwangler prize in Germany

Mittwoch, 26. Mai 1999
Köln

Neuer Philharmonie-Chef ausgebuht
Opern-Skandal: "Hänseroth, geh nach Hause!"

exp Köln - Gründlicher kann man nicht durchfallen: Sprechchöre wie auf
dem Fußballplatz gab es in der seriösen Hamburgischen Staatsoper gegen
den scheidenden Intendanten Albin Hänseroth (60). Der hört bekanntlich
an der Alster auf und wird neuer Chef der Kölner Philharmonie.

Ein schwere Ohrfeige gab es für Hänseroth in der Hamburgischen Oper.

"Hänseroth, geh nach Hause", schrien aufgebrachte Zuschauer im dritten
Akt der Opern-Premiere von Verdis "La Forza del Destino" (Die Macht des
Schicksals). Es drohte sogar der Abbruch der Premiere.

Anlaß der Tumulte: Die Szene einer Kriegsbelagerung wurde als bunte
Revue mit Krankenschwestern als Cheerleaders dargestellt.

Mit den minutenlangen Buhs für Albin Hänseroth gab das Publikum auch
sicher seinem Unmut darüber Ausdruck, daß der Intendant vorzeitig aus
seinem Vertrag ausscheidet.

Hänseroth bekam die Prügel ab, obwohl Georg Rootering Regie führte. Aber
der Intendant hatte als verantwortlicher Spielleiter noch vor einigen
Tagen gesagt, mit dieser Inszenierung würde ein Zeichen gesetzt.

Das gelang in der Tat. Aber, wie Zitate aus dem angesehenen "Hamburger
Abendblatt" belegen, ging für den Neu-Kölner der Schuß gewaltig nach
hinten los. So heißt es etwa: "Als der Chor zu Beginn des vierten Aktes
um Erbarmen bettelte, erhörte leider niemand dieses Flehen."

Das Blatt schreibt von einer "Rampentheater-Klamotte". Und berichtet von
"bedauernswerten Sängern", die "wie örtlich betäubt herumstehen". Die
niederschmetternde Kritik endet mit dem Satz: "Provinztheater in der
Kulturmetropole".

Aber nicht nur im "Hamburger Abendblatt", auch in den anderen Zeitungen
und bei "dpa" fiel Hänseroth gnadenlos durch.

Der wird deshalb möglicherweise froh sein, daß er offenbar schon am 1.
September seine Arbeit als neuer Philharmonie-Chef beginnen kann. Heinz
J. Lüttgen, Aufsichtsratsvorsitzender der KölnMusik GmbH, auch ein
Arbeitsbeginn im August sei denkbar. Alles hänge von den Bedingungen des
Auflösungsvertrages ab, den Hänseroth derzeit in Hamburg noch
aushandelt.

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Mittwoch
26. Mai 1999

Rundschau online - Kultur
Dirigent James Levine über neue Perspektiven
Sein Wunsch ist Oper konzertant
Von Curt J. Diederichs

Baden-Baden. Am Sonntagabend wurde ihm in Baden-Baden der
Furtwängler-Preis überreicht, als erstem Dirigenten übrigens, und morgen
kommt James Levine mit dem Orchester der Metropolitan Opera nach Köln.
Wie uns der Vielbeschäftigte bei einem kurzfristig arrangierten Gespräch
(sozusagen: zwischen Tür und Angel) erklärte, freut er sich auf seinen
dritten Auftritt in der Philharmonie. Einmal war er schon mit dem
"Met"-Orchester hier zu Gast, und auch das erste Konzert mit den
Münchner Philharmonikern außerhalb Münchens bestritt er hier in Köln.

Er wird auch in der nächsten Saison mit den Münchnern, deren Leitung er
im September übernimmt, wiederkommen. Das hat er mit Franz Xaver
Ohnesorg fest vereinbart. Dann kommt er auf Ohnesorgs ausdrücklichen
Wunsch nicht mit einem Allerweltsprogramm, sondern hat für dieses
Konzert ein Programm mit ausschließlich amerikanischer Musik dieses
Jahrhunderts zusammenstellt. Neben einem Klavierkonzert von Gershwin
enthält es Musik von Charles Ives, Gunter Schuller und Lucas Voss, und
er bringt die amerikanische Sopranistin Dawn Upshow mit.

Der 56jährige, dem Starallüren fremd sind und der auch im persönlichen
Gespräch den Eindruck eines "Good Fellow" macht, will natürlich in
München andere Akzente setzen als sein charismatischer Vorgänger
Celibidache. So will er u. a. die Philharmoniker an das Opernrepertoire
heranführen. Im Gasteig plant er konzertante Aufführungen und möchte
auch gerne Everdings Projekt von halbszenischer Präsentation von Opern
im Prinzregenten-Theater verwirklichen. Er ist sich sicher, daß dieses
Crossover von Oper und Konzert, das er ja auch als erster Chefdirigent
mit dem Met-Orchester praktiziert, den Orchestern gut tut und verweist
dabei auf die Salzburger Osterfestspiele, bei denen die Berliner
Philharmoniker Oper spielen.

Levine will allerdings wegen der neuen Doppelbelastung vorerst auswärts
keine Opern dirigieren. Wird er sich deshalb ganz von den
Sommerfestspielen zurückziehen? Nein: "A concert in the summer months is
o.k." Sagt's und eilt mit dem Handtuch über der Schulter zum Sound-Check
mit dem Orchester auf die Bühne des ihm in seiner Akustik noch nicht
vertrauten Baden-Badener Festspielhauses.

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Hildegard Behrens geehrt

Die deutsche Sopranistin Hildegard Behrens ist in Wien mit dem Lotte
Lehmann-Gedächtnisring ausgezeichnet worden. Behrens erhielt den Ring im
Rahmen einer Feier von Staatsoperndirektor Ioan Holender. Die bisherige
Trägerin des Rings, die im Vorjahr gestorbene österreichische Sängerin
Leonie Rysanek, hatte Behrens zu ihrer Nachfolgerin bestimmt. dpa

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